Japan ist berühmt für seine Schreine und Tempel. Ein fester Bestandteil der japanischen Kultur sind die Neujahrsbesuche (Hatsumōde) bei Schreinen oder Tempeln. Die Menschen pilgern dorthin, um für Frieden, Gesundheit und/oder besseres Glück im neuen Jahr zu beten.
Seit ich als Freelancer selbstständig bin, besuche ich jedes Jahr den Fushimi Inari Taisha in Kyoto (meist im Januar) und lasse dort ein Gebet für geschäftlichen Wohlstand und Erfolg im kommenden Jahr durchführen. 2026 war es heute, am 25. Januar (Sonntag), wieder so weit. ✨
Der Ablauf ist in etwa immer gleich: Zuerst zahlt man beim Schreinbüro die 初穂料 (hatsuhoryō – eine Art Opfergabe / Gebühr), meldet sich für das Gebet an. Beim Fushimi Inari geht man dann zum Haupthalle (本殿), wo ein norito (Shinto-Gebet) vorgetragen wird – dabei werden Deine Wünsche, Adresse, Name usw. eingebaut. Nach dem norito folgt die tamagushi hairei (das Darbringen eines heiligen Zweigs), man erhält die osagari (z. B. Amulette, heiliger Sake oder andere Gaben nach dem Gebet) – und damit ist es vorbei. Je nach Höhe der Gebühr gibt es manchmal im Anschluss noch die Möglichkeit, einen Kagura-Tanz anzuschauen.
Da es nur einmal im Jahr passiert, überprüfe ich die Etikette immer doppelt und dreifach. Bei der tamagushi hairei läuft es so ab:
1. Du bekommst den tamagushi-Zweig vom Priester (rechte Hand stützt den Wurzelbereich von oben, linke Hand unterstützt sanft die Blattseite von unten).
2. Drehe den Zweig waagerecht um 90 Grad im Uhrzeigersinn und drücke Dankbarkeit aus oder lege ein Gelübde ab.
3. Dann nochmal 180 Grad im Uhrzeigersinn drehen und den Zweig mit der Wurzelseite zum Altar hin auf den Ständer legen.
4. Abschließend: zwei tiefe Verbeugungen, zwei Klatschen, eine Verbeugung.
Im Haupthalle werden Dutzende Gruppen nacheinander hereingeführt und beten gemeinsam. Bei der tamagushi hairei geht es reihum, ohne dass man auf die vorherige Gruppe wartet: Eine Gruppe wird aufgerufen, die nächste folgt sofort – Zweig entgegennehmen, drehen, ablegen usw. Nur die allererste Gruppe / Person muss es allein machen; ab der zweiten muss man warten. Diesmal – total unerwartet – war ich die Erste, die aufgerufen wurde Ich hatte die Etikette vorher nochmal durchgegangen, aber die Überraschung hat mich total nervös und hektisch gemacht, und ich habe den Priester sogar gefragt, ob alles stimmt War mir ein bisschen peinlich. Nächstes Jahr will ich es cool und souverän hinbekommen. 🥺

