Nachdem ich meinen ersten Job in Chiba gekündigt hatte, bin ich zurück nach Hiroshima gegangen und habe dann als Dolmetscher für indische Techniker bei Fabrikschulungen angefangen. Ich war Teil einer Gruppe von über 10 Dolmetscher:innen und habe die Techniker bei Gesundheitschecks, Sicherheitstrainings, praktischen Übungen zum Zusammenbau von Flugzeugteilen und vielem mehr begleitet. Aber mit jedem neuen Arbeitsumfeld ändern sich auch die Fachbegriffe – vieles war für mich komplett neu, und ich habe zusammen mit ihnen unglaublich viel gelernt.
Die Kolleg:innen von damals – wir halten bis heute Kontakt und treffen uns ein paar Mal im Jahr zum Essen oder so. Das Dolmetschprojekt war 2010, also sind schon 16 Jahre vergangen. Letzten Samstag hatten wir wieder unsere jährliche Neujahrs-Potluck-Party (jeder bringt ein oder zwei Gerichte mit). Diesmal habe ich japanische Hamburg Steaks (Hambāgu) gemacht, die ich von meiner Mama gelernt habe, und Scones nach einem original britischen Rezept. Die Gerichte sind jedes Mal anders, deshalb ist es immer spannend, was alle mitbringen.
Nachdem wir uns richtig satt gegessen hatten, haben wir per Video-Call die Freund:innen dazugeschaltet, die zu weit weg wohnen und nicht persönlich kommen konnten – und dann kam der Moment: die „Dieses-Jahr-ein-Zeichen-Vorsatz“-Runde 💻 Wir haben auf das Zeichen vom letzten Jahr zurückgeblickt und unsere neuen für dieses Jahr verraten. Meins ist “読” (lesen), worüber ich neulich auch auf diese Webseite gepostet habe. Mein Ziel für 2026: endlich meinen Stapel ungelesener Bücher abarbeiten… 📚
Nach dem Call haben wir weitergegessen und gequatscht – über Arbeit, Privates und sogar richtig tiefe Themen wie Altersvorsorge und Rentenpläne💡Es war eine wirklich erfüllende Zeit. Freundschaften, die außerhalb von Schule oder Uni entstanden sind und so tief und langanhaltend bleiben – das finde ich wirklich wertvoll und kostbar.
Bis heute habe ich in meinem Berufs- und Privatleben so viele tolle Menschen kennengelernt: Kund:innen und Kunden durch Dolmetsch- und Übersetzungsaufträge, internationale Studierende aus meiner früheren Uni-Job-Zeit, Kolleg:innen und Kollegen über Verbände wie DVÜD e.V. oder JAT, und über LinkedIn oder X – all diese Verbindungen möchte ich pflegen. Und ich hoffe sehr, dass ich viele von ihnen endlich persönlich treffe oder wiedersehe 🙂


