10-jähriges Jubiläum seit Gründung meines Unternehmens

Die „Kaigyo-todoke“ (開業届) bzw. die Anmeldung zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist das Formular, das man in Japan beim Finanzamt einreicht, wenn man als Einzelunternehmer (Sole Proprietor / 個人事業主) ein Gewerbe beginnt (der genaue Zeitpunkt kann je nach Situation variieren). Ich habe 2012 mit dem Freelancing angefangen, aber erst 2015 dieses Formular eingereicht, um offiziell als Unternehmen zu starten – daher ist jetzt tatsächlich das 10-jährige Firmenjubiläum!!

In den ersten Jahren ging so ziemlich alles schief, was ich ausprobiert habe, und ich war ständig von Ängsten geplagt – auch wegen familiärer Umstände. Mittlerweile kann ich aber endlich sagen: Ich bin angekommen und zur Ruhe gekommen.

Am Anfang bestand mein Geschäft ausschließlich aus Übersetzungen. Später kam dann das Dolmetschen hinzu. Bei besonders großen Projekten, die ich allein nicht stemmen kann, hole ich mir Teammitglieder ins Boot, um die Arbeit zu teilen, oder vermittle Dolmetscher-Kolleg:innen an meine Kunden. Inzwischen bieten wir nicht nur Übersetzung & Dolmetschen an, sondern auch DTP (Desktop-Publishing), Druck, Versand von gedruckten Materialien, einfache Feldforschung vor Ort, Messe- / Expo-bezogene Dienstleistungen, Kulturberatung und vieles mehr.

Seit der rasanten Entwicklung der KI-Technologien höre ich von vielen Menschen um mich herum (vor allem von Japanern), dass menschliche Übersetzung und Dolmetschen ein veraltetes Geschäftsmodell seien. Aber: Die letzte Instanz für Qualität bleibt immer noch der Mensch – während schnelle Lieferzeiten in unserer sich so schnell verändernden Welt ebenfalls ein entscheidender Teil der Servicequalität sind. Mit diesem Bewusstsein denke ich ständig neu darüber nach, was ich für meine geschätzten Kunden wirklich leisten kann, probiere Dinge aus (trial & error), gebe mein Bestes, um sie zu unterstützen – und hoffe sehr, in weiteren 10 Jahren das 20-jährige Jubiläum feiern zu dürfen.

Das höchste Niveau der deutschsprachigen Prüfung in Japan bestanden

Im Februar dieses Jahres habe ich (endlich) die 1. Stufe der von einer Japanischer Sprach-Assoziation organisierten deutschsprachigen Prüfung geschafft 💮 (Sie liegt irgendwo zwischen C1 und C2 im CEFR).

Ehrlich gesagt hat es ziemlich lange gedauert (13 Jahre), wie ich nachgeschaut habe, wann mein erster Versuch war. In diesen Jahren habe ich die Prüfung 8- bis 9-mal abgelegt. Ich hätte eigentlich fleißig lernen und sie schon beim ersten oder zweiten Mal bestehen können, hatte aber eine schlechte Ausrede: Meine tägliche Übersetzungsarbeit könnte (indirekt) mein Deutsch verbessern? Tatsächlich hat sie das auch, aber es war bei Weitem kein idealer Ansatz. Der Prüfungsumfang und der Bereich meiner beruflichen Arbeit unterscheiden sich komplett. Allerdings ist der Umfang der Prüfung ziemlich umfassend und wird offiziell nicht genau bekanntgegeben, weshalb ich mich nie richtig motiviert fühlte, gezielt dafür zu lernen.

Inzwischen bereite ich mich (wirklich!) auf das Goethe-Zertifikat C2 vor. Das schafft man offensichtlich nicht ohne intensives Lernen, deshalb arbeite ich mit mehreren speziell dafür konzipierten Lehrbüchern für Schreiben, Lesen, Vokabeln & Grammatik und nutze Apps für Hören und Sprechen.

Die deutsche Sprache bleibt für mich ein lebenslanges Lernen 📚💪.